Von null an brauchst du für Italienisch meist etwa 180–200 Stunden bis A2, 350–400 bis B1, 500–600 bis B2 und 700–800 bis C1. Bei einer Stunde am Tag sind das ungefähr ein halbes Jahr bis A2, ein Jahr bis B1, anderthalb Jahre bis B2 und zwei Jahre bis C1. Für Deutschsprachige ist Italienisch gut machbar: keine Fälle, eine regelmäßige Schreibung und Hilfsverben, die fast wie im Deutschen funktionieren. Hier findest du die Zahlen für 15 Minuten bis 2 Stunden am Tag, was dich bremst oder beschleunigt und einen Wochenplan, den du durchhalten kannst.
Stunden und Monate für jedes Niveau
Die italienischen Prüfungsstellen veröffentlichen keine offiziellen Stunden pro Niveau. Deshalb nehmen wir den bekanntesten Richtwert: die Guided Learning Hours von Cambridge English, also die Zeit mit Lehrkraft, die ein typischer Lernender braucht, um jedes Niveau von null aus zu erreichen. Sie wurden für Englisch ermittelt und dienen hier als grobe Orientierung für Italienisch.
| Niveau | Stunden ab null | 15 Min. am Tag | 30 Min. am Tag | 1 Stunde am Tag | 2 Stunden am Tag |
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| A2 | 180–200 | 25 Monate | 12,5 Monate | 6,5 Monate | 3 Monate |
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| B1 | 350–400 | 49,5 Monate | 24,5 Monate | 12,5 Monate | 6 Monate |
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| B2 | 500–600 | 72,5 Monate | 36 Monate | 18 Monate | 9 Monate |
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| C1 | 700–800 | 98,5 Monate | 49,5 Monate | 24,5 Monate | 12,5 Monate |
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So sind die Monate berechnet: die Mitte der Stundenspanne geteilt durch deine tägliche Lernzeit und durch 30,4 Tage pro Monat, auf einen halben Monat gerundet. Das setzt voraus, dass du täglich ohne lange Pausen lernst und deine Zeit so konzentriert ist wie eine Unterrichtsstunde. In der Praxis gehen die ersten Monate meist schnell, der Schritt von B1 zu B2 fühlt sich dagegen zäh an.
Was für Deutschsprachige schneller oder langsamer geht
- Bekannte Wörter. Viele Fremdwörter lateinischen Ursprungs erkennst du sofort: informazione, università, problema, musica, teatro. Wer Englisch, Französisch oder Latein kann, erkennt noch mehr.
- Keine Fälle. Substantive werden nicht dekliniert, und es gibt nur zwei Geschlechter. Allerdings passt das Geschlecht oft nicht zum Deutschen: il sole (die Sonne), la luna (der Mond).
- Hilfsverben wie im Deutschen. Ho mangiato heißt „ich habe gegessen“, sono andato „ich bin gegangen“. Die Wahl zwischen avere und essere folgt oft derselben Logik wie haben und sein. Neu ist, dass sich das Partizip bei essere anpasst: sono andata.
- Verben und Zeiten. Jede Zeit hat sechs Endungen, der congiuntivo wird viel häufiger gebraucht als der deutsche Konjunktiv, und der Unterschied zwischen passato prossimo und imperfetto hat im Deutschen keine direkte Entsprechung.
- Artikel und Präpositionen. Präpositionen verschmelzen mit dem Artikel, ähnlich wie bei „im“ oder „zum“, nur mit viel mehr Formen: del, nella, sugli.
- Aussprache. Die Schreibung ist sehr regelmäßig, und z wie in „Pizza“ kennst du schon. Üben musst du das gerollte r, gli, gn und die Doppelkonsonanten: pala (Schaufel) und palla (Ball) sind verschiedene Wörter.
- Falsche Freunde. Caldo heißt warm, nicht kalt, camera ist ein Zimmer und morbido bedeutet weich.
Genaue Stundenzahlen speziell für Deutschsprachige gibt es nicht, denn Angaben wie die des FSI beziehen sich auf Englischsprachige. Realistisch ist die Mitte der Spannen; mit Französisch, Spanisch oder Latein eher das untere Ende.
Was offizielle Quellen sagen
FSI. Das Foreign Service Institute des US-Außenministeriums ordnet Italienisch in Kategorie I ein, die Sprachen, die Englisch am nächsten sind: etwa 24 Wochen oder rund 600 Unterrichtsstunden bis zu professioneller Sprachkompetenz (ungefähr C1). Das ist Vollzeitunterricht mit etwa 25 Stunden pro Woche in kleinen Gruppen plus tägliches Selbststudium, der tatsächliche Aufwand liegt also über 600 Stunden.
Italienische Zertifikate. Die wichtigsten Italienischprüfungen, CILS (Universität für Ausländer Siena), CELI (Universität für Ausländer Perugia) und PLIDA (Società Dante Alighieri), folgen den GER-Niveaus A1 bis C2. Auf ihren offiziellen Seiten haben wir keine empfohlene Stundenzahl pro Niveau gefunden, und die Kursstunden an Sprachschulen sind sehr unterschiedlich. Jede Zahl pro Niveau ist daher eine Schätzung, keine Norm.
Ein häufiges Ziel. Für die italienische Staatsbürgerschaft durch Wohnsitz oder Ehe brauchst du mindestens B1, Details im Artikel „Italienischtest für die Staatsbürgerschaft“. Den Vergleich mit anderen Sprachen findest du unter „Wie lange bis B1 und B2“.
Wie viele Wörter jedes Niveau braucht
Der Wortschatz ist der Teil dieser Stunden, den man messen kann. Studien mit Englischlernenden (Milton und Alexiou, 2009) liefern diese groben Spannen, und für Italienisch liegt die Größenordnung ähnlich: A2 1.500–2.500 Wörter, B1 2.750–3.250, B2 3.250–3.750 und C1 3.750–4.500 Wörter, die du beim Lesen erkennst.
Die gute Nachricht: Laut dem Sprachwissenschaftler Tullio De Mauro machen etwa 2.000 Grundwörter rund 86% von allem aus, was Italiener schreiben und sagen. Lerne sie zuerst, dann wird jeder Text leichter. Die ganze Aufschlüsselung steht in „Wie viele Wörter braucht man im Italienischen“, und der Italienisch-Wortschatztest zeigt dir, wo du gerade stehst.
Mit 10 neuen Wörtern am Tag und regelmäßigen Wiederholungen kommen etwa 300 Wörter im Monat dazu: Den A2-Wortschatz hast du so in etwa 5–8 Monaten, den B1-Wortschatz in etwa 9–11. Wörter sind nicht das ganze Niveau, aber sie bestimmen das Tempo.
Ein realistischer Wochenplan
Dieser Plan braucht etwa 45 Minuten am Tag, also gut 5 Stunden pro Woche. Regelmäßig umgesetzt, bringt er dich in etwa 8 Monaten zu A2 und in etwa 16 Monaten zu B1.
- Jeden Tag, 15 Minuten: Wörter. 10 neue Wörter und die fälligen Wiederholungen. Sprich jedes Wort mit Artikel laut aus: il treno, la stazione.
- Montag, Mittwoch, Freitag, 30 Minuten: Grammatik. Ein Thema pro Woche, zum Beispiel Artikel, dann das Präsens, dann das passato prossimo, mit Übungen direkt nach der Erklärung.
- Dienstag und Donnerstag, 30 Minuten: Lesen und Hören. Eine kurze Geschichte oder ein Dialog auf deinem Niveau. Lesen, anhören, dann ein paar Sätze laut nachsprechen.
- Samstag, 30 Minuten: Schreiben. 5–10 Sätze über deine Woche mit den neuen Wörtern, danach die Fehler verbessern.
- Sonntag, 30 Minuten: Sprechen. Ein Gespräch mit einer Lehrkraft, Bekannten oder im Chat, oder ein Rückblick auf die Fehler der Woche.
Hast du nur 15 Minuten, bleib täglich bei den Wörtern und wechsle den Rest ab. Fällt ein Tag aus, nichts doppelt nachholen, einfach weitermachen: Kurze regelmäßige Einheiten bringen mehr als lange unregelmäßige (Cepeda und Kollegen, 2006). Warum Wiederholungen wirken, erklärt „Verteilte Wiederholung und SM-2“.
So hilft dir NewLexi
- Wortlisten direkt im Chat. Frag nach einem Thema, einem Niveau oder einer Prüfung, zum Beispiel „Italienisch für eine Reise nach Rom“ oder „B1-Wörter für die CILS“, und du bekommst eine Liste, schon nach Kategorien sortiert.
- Wörter im Kontext. Jedes Wort kommt mit Beispielsätzen und Audio, und die verteilte Wiederholung holt es zurück, bevor du es vergisst.
- Ein Tagesplan aus neuen Wörtern und Wiederholungen, damit du weißt, was du mit deinen 15 oder 45 Minuten machst.
- Geschichten und Dialoge, für dein Niveau mit deinen eigenen Wörtern geschrieben.
- Grammatiklektionen und Übungen von A1 bis C2, dazu Satzbau-Übungen für Wortstellung und Endungen.
- Schreibtraining mit sofortigem KI-Feedback und ein KI-Chat zum Sprechenüben.
- Import von Wörtern per Foto, aus Anki oder Quizlet, und Sperrbildschirm-Widgets, die deine Wörter im Blick halten.
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Häufige Fragen
Wie lange dauert es, Italienisch bis B1 zu lernen?
Meist etwa 350–400 Stunden ab null: rund ein Jahr bei einer Stunde am Tag oder etwa zwei Jahre bei 30 Minuten am Tag. Mit Vorkenntnissen in einer romanischen Sprache oft weniger.
Kann man Italienisch in einem Jahr lernen?
B1 in einem Jahr ist bei etwa einer Stunde täglich realistisch. Für C1 in einem Jahr bräuchtest du rund 2 Stunden jeden Tag, das entspricht einem Intensivkurs.
Wie viele Stunden am Tag sollte man Italienisch lernen?
Für die meisten Erwachsenen passen 30–60 Minuten am Tag: genug für spürbaren Fortschritt und kurz genug, um es monatelang durchzuhalten. Mit 15 Minuten wächst der Wortschatz weiter, bis B1 dauert es dann aber etwa vier Jahre.
Ist Italienisch schwer für Deutsche?
Eher nicht: Es gibt keine Fälle, die Aussprache ist regelmäßig, und Hilfsverben funktionieren ähnlich wie im Deutschen. Am meisten Zeit kosten die Verbendungen, der congiuntivo und die vielen Artikelformen.
Welches Niveau braucht man für die italienische Staatsbürgerschaft?
Für die Einbürgerung durch Wohnsitz oder Ehe mindestens B1, nachgewiesen mit einem anerkannten Zertifikat wie CILS, CELI oder PLIDA.
Quellen
- Cambridge English. Guided learning hours. support.cambridgeenglish.org/hc/en-gb/articles/202838506-Guided-learning-hours
- U.S. Department of State, Foreign Service Institute. Foreign Language Training (language difficulty categories). www.state.gov/foreign-language-training
- Università per Stranieri di Siena. Centro CILS: Certificazione di Italiano come Lingua Straniera. cils.unistrasi.it
- Università per Stranieri di Perugia. CVCL: certificazioni CELI. cvcl.unistrapg.it
- Società Dante Alighieri. PLIDA: Progetto Lingua Italiana Dante Alighieri. plida.it
- De Mauro, T. (2016). Il Nuovo vocabolario di base della lingua italiana. Internazionale, 23 dicembre 2016. www.internazionale.it/opinione/tullio-de-mauro/2016/12/23/il-nuovo-vocabolario-di-base-della-lingua-italiana
- Milton, J., & Alexiou, T. (2009). Vocabulary size and the Common European Framework of Reference for Languages. In B. Richards et al. (Eds.), Vocabulary Studies in First and Second Language Acquisition (pp. 194–211). Palgrave Macmillan. doi.org/10.1057/9780230242258_12
- Cepeda, N. J., Pashler, H., Vul, E., Wixted, J. T., & Rohrer, D. (2006). Distributed practice in verbal recall tasks. Psychological Bulletin, 132(3), 354–380. doi.org/10.1037/0033-2909.132.3.354
- Council of Europe. Common European Framework of Reference for Languages (CEFR). www.coe.int/en/web/common-european-framework-reference-languages
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